Der Mailimpuls

Der "Traum von Leo und seiner Wunschmaschine" wird den Kindern im Klassenzimmer mit sphärischer Musikuntermalung präsentiert. Anschließend erbittet die Untersuchungsleiterin Rückfragen, lässt die Geschichte sinngemäß nacherzählen und den Malauftrag wiederholen. Dann werden die Malbögen ausgeteilt. Als Malbogen wird ein auf DIN-A-4-Format gefalteter DIN-A-3-Karton verwendet, der auf der ersten Seite die Traumgeschichte mit dem Bild von "Leo" aufweist und dessen weitere drei Seiten für die Zeichnungen vorgesehen sind. Dort steht jeweils in einer Ecke: "So wünsche ich mir den Klassenzimmerunterricht (bzw. den Pausenhof; den Sportunterricht) in einer Bewegten Schule!". Das Layout des Eckentextes ist diagonal, um die Kinder nicht auf ein Blattformat (hoch oder quer) festzulegen. Anhand eines Beispielmalbogens wird die Vorgehensweise detailliert erläutert. Wenn im Weiteren keine Fragen oder Unklarheiten mehr bestehen, wird mit den Kindern und der Lehrkraft vereinbart, dass die Untersuchungsleiterin in einer Woche wiederkommt, um die Malbögen einzusammeln.

Die Anlage der Interviewsituation – ca. eine Woche nach Abgabe der Bilder – ist grundsätzlich narrativ. Mit einer "erzählgenerierenden Anfangsfrage" (GLINKA 1998, S.132) zum jeweiligen Bild wird ein initialer Erzählstimulus gesetzt, etwa: "Du hast ja tolle Ideen! Wie stellst du dir das denn genau vor?" Damit entstehen in jedem Interview zunächst drei "Haupterzählungen" (Glinka, 1998, S. 140), je eine an jedem Bild. Der Interviewer beschränkt sich auf seine Rolle als interessierter Zuhörer und versucht, den Erzählfluss durch verbale Äußerungen oder nonverbale Gesten zu unterstützen (Lamnek, 1995, S. 71f.). Im Anschluss an eine Haupterzählung werden Nachfragen gestellt, die das "zusätzliche Erzählpotential" (Glinka, 1998, S. 141) ausschöpfen sollen bzw. sich auf weitere Bildinhalte beziehen. Auch hier wird mit Erzählstimuli gearbeitet, etwa: "Am liebsten spielst du also mit dem Thomas. Wie ist denn das so, wenn ihr das dann macht?". Das Interview wird durch einen Leitfaden unterstützt. Er benennt weitgefasste Themen als Gesprächsanregungen, die einen weiteren Rahmen für das Interview abstecken.

 

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Glinka, Hans-Jürgen (1998). Das narrative Interview. Eine Einführung für Sozialpädagogen. Weinheim, München: Juventa.

Lamnek, Siegfried (1995). Qualitative Sozialforschung. Band 2: Methoden und Techniken. Weinheim: PsychologieVerlagsUnion.